Die Registrierung einer Domain für die Internetseite

Die eigene Internetseite wird zunehmend zur Visitenkarte eines Unternehmens. Selbst wenn man seine Leistungen nicht online anbietet bzw. abwickelt, ist ein eigener Internetauftritt nahezu unverzichtlich, um potentielle Kunden über sich und seine Leistungen zu informieren. Die Domain ist dabei die Adresse, unter welcher man letztlich im Internet gefunden wird.

Bei der Wahl der richtigen Domain muss man also zwei Dinge berücksichtigen:

  • Ist die gewählte Domain eingängig und bereits geeignet auf das eigene Unternehmen hinzuweisen?
  • Verletzt die Domain keine Rechte Dritter?

Suche nach der richtigen Domain

Die erste Hürde bei der Suche nach der richtigen Domain liegt im Vergabeverfahren für Domains. Bei der DENIC, also der Stelle, bei der die deutsche „.de“-Domains vergeben werden, gilt das Prinzip „fist come, first served“. Das heißt, wer zuerst eine bestimmte Domain auf sich registrieren lässt, bekommt sie. Dabei findet im Vorfeld keine Prüfung der DENIC statt, ob derjenige, der die Domain auf sich registrieren lässt, auch dazu „berechtigt“ ist. Ist eine Domain einmal vergeben, wird sie nicht ein zweites Mal durch die DENIC vergeben.

Ob eine Domain noch frei ist, lässt sich über eine Suchanfrage bei der DENIC herausfinden. Dort gibt man die gewünschte Domain ein und die DENIC informiert darüber, ob die Domain bereits registriert ist oder noch frei.

Ist eine Domain bereits vergeben, möchte man sich aber diese aber bereits jetzt sichern für den Fall, dass diese später einmal wieder freigegeben wird, kann man bei der DENIC einen sog. Dispute-Eintrag vornehmen lassen. Mit so einem Eintrag kann man verhindern, dass die Domain, sobald diese wieder frei wird, von einem Dritten registriert wird.

Achtung: Bei einem unberechtigten Dispute-Eintrag kann der bisherige Domain-Inhaber denjenigen, der den Eintrag veranlasst hat, auf Löschung in Anspruch nehmen, sodass ein solcher Eintrag nicht leichtfertig registriert werden sollte, wenn man kein Interesse an einer rechtlichen Auseinandersetzung hat.

Vorsicht bei fremden Marken und fremden Namen

Bei der Wahl der richtigen Domain für die eigene Internetseite sollte darauf geachtet werden, dass durch die Domain nicht in Rechte Dritter eingegriffen wird. Häufig werden die Marken- und/oder Namensrechte Dritter durch die Registrierung einer Domain berührt und oftmals auch verletzt. Dabei liegt eine markenrechtlich relevante Nutzung eines fremden Zeichens nicht nur dann vor, wenn die Domain mit dem Zeichen identisch ist, sondern auch bereits dann, wenn beide Zeichen ähnlich sind und die Gefahr einer Verwechslung besteht. Eine solche Verwechslungsgefahr liegt immer dann vor, wenn der durchschnittliche Internetnutzer aufgrund der Domain annimmt, die unter dieser Domain angebotenen Waren und/oder Dienstleistungen stammten vom Markeninhaber oder zwischen ihm und dem Domaininhaber besteht eine wie auch immer geartete (wirtschaftliche) Beziehung.

Neben der möglichen Verletzung einer fremden Marke, kann durch die Registrierung einer bestimmten Domain auch das Recht am Namen (§ 12 BGB) verletzt werden. So können sich Privatpersonen aber auch Städte und Gemeinden auf das Namensrecht berufen und eine Domainregistrierung durch einen Dritten verhindern. Im Unternehmensverkehr spielt allerdings auch die Kollision mit einem fremden Unternehmensnamen eine bedeutende Rolle. Dabei kann auch eine kurze Buchstabenfolge geeignet sein, auf eine bestimmte Person hinzuweisen.

Checkliste:

  • Habe ich eine eingängige, prägnante Domain für meine Internetseite?
  • Ist die von mir ausgewählte Domain (bei der DENIC) noch verfügbar?
  • Verletzt die von mir ausgewählte Domain bestehende Markenrechte?
  • Verletzt die von mir ausgewählte Domain bestehende Namensrechte?
  • Lohnt sich ein Dispute-Eintrag gegen eine bereits registrierte Domain?

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